Konzertkritik 2013

 

 

Sommernachtskonzert

Die Oratorienchöre Olten und Cantica Nova Worb brachten verschollen geglaubte Komposition Johann Christian Bachs in der Oltner Friedenskriche
zur Aufführung.

Martin Bachmann

Die Oratorienchöre Oratorienchor Olten und Cantica Nova Worb luden am Sonntag zum Sommernachtsfest 2013 in der Friedenskirche ein. Nebst zwei Werken von Wolfgang Amadé Mozart, würdigten die beiden Ensembles eine verschollen geglaubte Komposition von Johann Christian Bach.

Während des zweiten Weltkriegs verschwanden die bei den Abschriften des Kyries und des Gloria von Johann Christian Bach, dem jüngsten Sohn des berühmten Johann Sebastian Bach. Durch Zufall tauchte eine Abschrift der beiden Werke aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Stiftsbibliothek Einsiedeln wieder auf. Die Oratorienchöre Olten und Cantica Nova Worb erweckten die beiden Werke zusammen mit dem Magnificat von Johann Christian Bach zu neuem Leben.

Die drei Kompositionen sind im Stil der italienischen, speziell der neapolitanischen Oper gehalten. Die Singstimmen setzen erst nach den jeweiligen Themen ein, wobei die Stimmen der Instrumente in einem Intro zur Geltung kommen. Unter der Leitung von Konzertmeister Martin Kunz setzte damit das Huttwiler Kammerorchester durch sein Spiel bereits zu Beginn den Massstab für den kommenden Verlauf des Abends.

Das Orchester spielte jede Note mit viel Gefühl und Bedacht, jedoch ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Dank diesem Feingefühl kamen die beiden Chöre von Anfang an zur Geltung. Beim ihrem Einsatz zeigten denn auch die Solistinnen und Solisten viel Gespür für die Frühklassik eines Johann Christian Bachs. War der erste Teil seiner Komposition strickt in D-Dur gehalten, so
sangen sie im Mittelteil vierstimmig in Moll. Dann fielen die beiden Chöre ein. Das Publikum wusste die solide Leistung zu würdigen und war nun gespannt auf die Interpretation von
Wolfgang Amadé ́s Konzert für Flöte und Harfe.

Zugabe auf der Harfe

Dirigent und Gesamtleiter Christoph Moser nahm nun seine Querflöte zur Hand. Unterstützt vom Huttwiler Kammerorchester meisterte er zusammen mit Christine Strahm an der Harfe das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester, KV299 von Wolfgang Amadé Mozart. Die beiden wechselten sich in fulminanten Soli ab, was das Publikum zum Schluss mit stehenden Ovationen dankte.

Harfenspielerin Christine Strahm gab in der Folge eine Zugabe an ihrem Instrument. Gebannt lauschte das Publikum ihrem Harfespiel, welches den Raum mit kleinen Klangperlen zu füllen schien.

Mozarts ́s Krönungsmesse

War das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in der für Mozart ́s Kompositionen typischen Leichtigkeit gehalten, ging es in dessen Krönungsmesse KV317 dramatischer zu. Die beiden
Chöre sorgten mit dem Orchester für die nötige Spannung, welche für die Interpretation der ursprünglich in Latein verfassten religiösen Texte nötig ist. Noch einmal hatten die vier SolistInnen (Sara Jäggi Sopran; Judith Lüpold, Alt; James Elliott, Tenor; Patrick Oetterli, Bass) die Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Wiederum dankte es das Publikum in der Friedenskirche mit stehenden Ovationen und feierte damit zur Recht die vier Sängerinnen und Sänger, das Orchester sowie die beiden Chöre.